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Kein Vaterland, nirgends – Wir produzieren Verlierer am laufenden Band. Ob Alte oder Jugendliche, ob Frauen, Ausländer oder Arbeitslose ? immer mehr Menschen werden abgewertet. Wir haben soviel Abstiegsangst wie nie zuvor. Die Ausgrenzung trifft Deu

Wir produzieren Verlierer am laufenden Band. Ob Alte oder Jugendliche, ob Frauen, Ausländer oder Arbeitslose ? immer mehr Menschen werden abgewertet. Wir haben soviel Abstiegsangst wie nie zuvor. Die Ausgrenzung trifft Deutschland ins Herz.

Deutschland in der Ausgrenzungsfalle: Mitten durchs Land geht ein Riss, und der wird immer tiefer. Die Gesellschaft spaltet sich in Arbeitende und Arbeitslose, in Reiche und Arme, Ost- und Westdeutsche, Eliten und Versager, Ausländer und Deutsche. Vor allem aber: Das Zentrum der Gesellschaft ist nicht mehr sicher, die Mittelschicht selbst fürchtet den Absturz. Wir erleben eine Art Kernschmelze. Die Ausgrenzung ist so weit gediehen, dass kaum jemand übrig ist, der sich noch als Kern der Gesellschaft verstehen könnte. Ausgrenzung ist zu einer Bedrohung für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen geworden ? und für die Identität des Landes.

Aber Birand Bingül beschreibt nicht nur, was Ausgrenzung anrichtet, seine Analyse geht tiefer, sie geht uns unter die Haut. Er sagt: Ausgrenzung war über viele Jahrzehnte der Kitt, der dieses Land zusammengehalten hat. Sie funktionierte als Strategie, um Machtstrukturen zwischen Deutschen und Ausländern oder Männern und Frauen zu bewahren, um Leistungsstarke von Leistungsschwachen zu trennen, um die Gesellschaft effizient zu halten. Probleme wurden nicht bewältigt, sie wurden ausgeklammert. Lange Zeit mit Erfolg: Die Wirtschaft florierte.

Seit jedoch unter dem wirtschaftlichen Druck der Globalisierung unsere Bereitschaft nachgelassen hat, den Wohlstand zu teilen, gerät unser Selbstverständnis ins Wanken. Wo ist die verbindende Klammer in einem Land, das den Begriff »Nation« kaum zu denken wagt?

Bingül weist einen Ausweg aus dem drohenden Zerfall der Gesellschaft: Wir müssen eine komplette Kehrtwendung machen und unser Selbstverständnis, das bisher auf Ausgrenzung gegründet war, auf eine neue Basis stellen: auf Integration. Nur wenn wir möglichst viele mit hineinnehmen in diese Gesellschaft, kann Gemeinschaftssinn, ein Wir-Gefühl, letztlich: eine neue Identität, entstehen.

Es ist höchste Zeit, nicht immer nur über Wirtschaftsdaten und die Standortfrage zu reden, sondern über uns selbst. Bevor wir uns verlieren. Und über unser Land, das wir auch über sechzig Jahre nach Kriegsende immer noch nicht zu unserem Vaterland gemacht haben.

Preis: 14.99 EUR

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Kategorie: Politik > Innenpolitik,Deutschland

Artikelnummer: 9783426555101

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03.Mrz.12 Abgewertet Kommentare (0)

Alter – Schicksal oder Gnade?

Weltweit stehen Gesellschaften heute vor der Herausforderung des demographischen Wandels. Die so genannte Überalterung der Gesellschaft verlangt nach einer Neubesinnung auf das Verständnis der Lebensphase des Alters. Noch wird die Zugehörigkeit des Alters zum Leben weitgehend verdrängt. Alter gilt als defizitäres Minderleben. Der Reichtum einer ganzen Lebensphase wird damit verspielt, Alter wird als ´´uneigentliches Leben´´ abgewertet.
Der Gegensatz zwischen Leben und Alter wird verstärkt durch die gesellschaftliche Ausgrenzung der Alten aus dem Berufs- und Produktionsprozess sowie durch die gleichzeitige Beurteilung alter Menschen nach den Maßstäben der Arbeits- und Leistungsgesellschaft. Alte Menschen gelten als nicht mehr produktiv und leistungsfähig. Sie sind die ´´Generation-Nicht-Mehr´´. Das ist ihr Schicksal.

Gerontologen propagieren Produktivität als Heilmittel gegen die finanziellen Belastungen durch die Alten und gegen den Abbau individueller Kräfte im Alter. Wer produktivist, lebt besser und länger. Auch im Alter darf aber die Tyrannei von Erfolg und Gelingen nicht beherrschend werden. Die christliche Tradition enthält ein Verständnis des Lebens, das allen Menschen Lebensspielräume auch jenseits des Berufslebens eröffnet. Leben ist nicht nur Leistung, Leben-Müssen, sondern auch Leben-Dürfen. Alter ist Schicksal mit vielen Beschwerlichkeiten und dennoch zugleich Gnade, Leben, das sich als Geschenk ohne Bedingungen erschließen kann. Man kann sich eine altersintegrierte Gesellschaft vorstellen, in der Leben im Kontext des Realismus der Barmherzigkeit verstanden wird. Erbarmen gewährt Raum und Zeit vor aller Leistung. Gottes Geschichte trägt menschliches Leben in allen Stadien und in allen Phasen von Kraft oder Schwäche vom ersten bis zum letzten Atemzug.

Preis: 17.95 EUR

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Kategorie: Buch > Geisteswissenschaften, Kunst & Musik > Religion > Praktische Theologie

Artikelnummer: 23602067
Keywords: Alter – Schicksal oder Gnade?;Schneider-Flume, Gunda;9783525624043
Manufacturer: Schneider-Flume, Gunda
Brand: Vandenhoeck & Ruprecht
EAN: 9783525624043

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04.Nov.11 Abgewertet Kommentare (0)